Hybrid Samen (F1) - Staaten fördern Inzucht in der weltweiten Landwirtschaft

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Hybrid Samen (F1) - Staaten fördern Inzucht in der weltweiten Landwirtschaft
Nachhaltigkeit war vor 200 Jahren noch ein Grundlegender wichtiger Bestandteil bei der Erhaltung und Erzeugung von Saatgut, heute geht es Hauptsächlich um die Wirtschaftlichkeit. Früher hielt ein Bauer einen Teil seiner eigenen Ernte zurück, um Saatgut für das nächste Jahr zu sichern. Heute kommt das Saatgut meistens von Firmen, die globalagierende Chemiekonzerne sind. 

Seit der Renaissance und später mit der Industrialisierung hat sich vieles im Bereich des Saatguts verändert. Bauern die einst ihr Saatgut selber erhielten und weitergaben beteiligten sich jetzt durch Staatliche förderungen an der Wirtschaft und gaben die Erhaltung von Saatgut großteils an die Staaten ab. Wirtschaftsorientiert haben sich heute Hybridzüchtungen oder gentechnische Verfahren gegen die traditionellen nachhaltigen Methoden, als Züchtungsmethoden beim Saatgut durchgesetzt.

Dies bietet für unser Leben und die Wirtschaft viele wichtige Vor- und Nachteile die ich in diesem Artikel präsentiere.

Die Veränderung beeinflusst den Weltmarkt

Heutzutage ist Hybridsaatgut ein fester Bestandteil der weltweiten Landwirtschaft. In vielen Ländern der Welt werden bereits bis auf wenige Ausnahmen zum Beispiel viele Soja-, Weizen-, Zuckerrüben- und Maisfelder mit Hybridsorten bestellt und auch in der Erzeugung von anderen Gemüse- und Zierpflanzen werden sie weiterhin vielfältig genutzt und gefördert.

In Industrieländern wie USA, Frankreich, Deutschland und auch in weniger industriell entwickelten Ländern wie in Südamerika, Afrika oder im nahen Osten sind immer mehr Landwirte gezwungen das Hybridsaatgut zu verwenden. 

Der Stetig wachsende Wirtschaftliche Druck auf die Bauern durch die anhaltende wachsende Weiterentwicklung mit teuren Labortechniken und Staatlichen Reglementierungen für das Saatgut und den Anbau von Gemüse, bewegt zwangsmäßig viele Bauern durch die vielen Vorteile des Hybridsaatgut dieses zu verwenden um ihre Familien weiterhin ernähren zu können. 
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Hybridsamen - Leistung statt Vielfalt und Nachhaltigkeit

Was sind Hybrid Samen und wie werden sie gezüchtet?

Hybridsamen sind F1-Samen. F1 bezeichnet die Generation der Hybridzüchtung.
Der Vermehrungszyklus von Hybridsamen ist teuer und recht umfangreich. Zunächst werden mehrere künstlich gezüchtete Linien geschaffen, wodurch nur zwei Pflanzenlinien oder Populationen (homozygote Linien) mit geeigneten langjährig gefestigten Eigenschaften gekreuzt werden. Die Eltern-Pflanzen der beiden Linien weisen bestimmte Merkmale stabil und sicher auf, jedoch sind sie bereits durch die Nachteile der Inzucht-Depression in ihrer Weiterentwicklung gehemmt. Werden diese beiden Eltern-Pflanzen verpaart entstehen daraus die Hybridgeneration (F1), was die Inzucht-Depression überwindet. Dadurch werden Nachkkommen erzeugt die von beiden Elternteilen die gewünschten Eigenschaften hervorbringen.
Diese Art der Inzucht ruft einen sogenannten Heterosis-Effekt hervor. Dieser Effekt beschreibt das die Nachkommen die Eltern-Pflanzen in Wüchsigkeit, Robustheit und Ertrag um ein vielfaches übertreffen. Ein weiterer Effekt ist die homogenität der Pflanzen, so das alle ähnliche Merkmalen aufweisen und sich nicht mehr wirklich von einander unterscheiden. Dies kann auch in der traditionellen Nachhaltigen Pflanzenzucht über Jahrzehnte erreicht werden, jedoch schafft das die Hybridzüchtung mit nur einer einzigen Kreuzung. 
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Durch Hybridsamen - Labortechniken zum herstellen von Lebensmitteln

Vorteile von Hybridsaatgut

Der Züchtungsprozess von Hybridsaatgut erwirkt einige Vorteile die der Wirtschaft zu gute kommen. Neben den bis zu 30 % höheren Erträgen die durch die Züchtung erreicht werden, sind die Pflanzen auch Resistent gegen Krankheiten und können vom Züchter an bestimmte Insektenvernichtungsmittel angepasst werden. Neue Sorten können schnell in ihren Eigenschaften gefestigt werden und durch die Einheitlichkeit wächst der Bestand auf dem Feld gleich hoch und sind zum gleichen Zeitpunkt erntereif. Genetisch sind die Pflanzen sich so extrem ähnlich, dass sie die Verarbeitung und Verpackung für den Verkauf sehr viel einfacher und damit kostengünstiger gestalten, Zeit und Mitarbeiter eingespart werden können, um zukünftig mit Maschinellen Ernte- und Verarbeitungsmethoden diese Aufgaben zu erledigen. Der weitere daraus resultierende positive Effekt ist der preisgünstige Verkauf des aus dem Hybridsaatgut gewonnenen Obst und Gemüses.

Viele hilfreiche Punkte die nur der Wirtschaft und Verarbeitung von Nahrungsmitteln zu gute kommen.
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Hybrid-Mais - Homogene Einheitlichkeit

Vorteile auf kosten der Diversität, Geschmack und Nachhaltigkeit

Durch die vielen Wirtschaftslichrelevanten Vorteile werden unabhängige Bauern indirekt zur Abhängigkeit gezwungen. Die höhere Leistung die das Hybridsaatgut kurzzeitig erreicht, bringt Selbständige und Kleingärtner mit den eigenen Samenfesten Saatgut in die Lage, nicht mit den derzeitigen Wirtschaftsstandart und Hybridsorten kokurrieren zu können. Ein verstärkter Preiskampf am Markt erzeugt zusätzlich für die Familien der betroffenen einen Finanziellen Engpass, der mit subventionen und Hybridsaagut als einzige Lösung attraktiv beworben wird. Durch den Extrem günstigen Verkauf aus den Ernten von Hybridsaatgut, sehen viele Bauern durch ihre Familiäre Situation keine andere Möglichkeit als sich dem Vorschlägen der Industrie hinzugeben, um weiterhin gewinnbringend zu wirtschaften.  

Ein weiterer großer Nachteil für die Weltbevölkerung ist, dass die Züchtung von Hybridsaatgut dazu führt, das Sorten nur noch sterile Samen entwickelt und sich bei der weiteren Vermehrung in verschiedene Formen aufspalten, so das die Nachkommen eine verminderte Leistung und starke genetische Veränderungen zeigen, die nicht mehr weitervermehrt werden können. Durch diesen aufwändigen Prozess entstehen sogenannte 'Einmalsorten', die nach der ersten Aussaat starke Veränderungen zur Mutterpflanze zeigen. Menschen können dann nicht mehr wie gewöhnlich Saatgut weiter vermehrn, sondern sind gezwungen für jede neue Saison Saatgut neu zu kaufen. Daneben können Züchter von Hybridsaatgut durch die Abhängigkeit der Landwirte den Preis selbst festlegen. 

Vielfältigkeit in Form, Geschmack, Aroma und weiteren Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen und ätherischen Ölen bleiben so auf der Strecke. Die wässrige Supermarkt-Tomate ist ein Paradebeispiel dafür.

Neben den bereits genannten Punkten ist durch die Hybridzüchtung auch der erhebliche Verlust der Sortenvielfalt und eine geringe genetische Diversität eine Folge die unwiederuflich verloren geht, wenn weitervermehrbare Samenfeste Sorten nicht mehr ausreichend vermehrt werden. Denn sie beinhalten die wertvollen genetischen Ressourcen, aus denen wieder neue Sorten für die Zukunft gezüchtet werden können. 
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Blutampfer - Aubergine White Bush - Erdmandel Chufa

Der Verlust der Nahrungs- und Sortenvielfalt durch Hybridzüchtung

Die Züchtungsunternehmen stützen sich allesamt auf eine Sortenliste, bei der in den letzten Jahrzehnten viele Festsaatgutsorten abgeschafft und durch Hybridsaatgut ersetzt wurden. Derzeit sind durchschnittlich 80% (tendenz steigend) des weltweiten Saatguts durch Hybridsaatgut ersetzt. 
Da die Hybridzucht sich nur an einen kleinen Teil der vorhanden Sorten bedient und nur noch wenige Menschen auf der Welt das Wissen über die stabile Saatgutvermehrung inne haben, entsteht eine bestimmte Situation: Um bestimmte Sorten wird sich nicht mehr umfangreich genug gekümmert oder altern, bis sie nicht mehr Keimfähig sind. Die Folge ist ein unwiederufflicher Verlust der Sorten.  

Ein anderes Risiko ist bei der Hybridzüchtung, das die genetisch indentischen Pflanzen, verschärft betrachtet eine Monokultur darstellen, die bei Verwendung der gleichen Sorte in einer Region, alle Pflanzen im gleichen Maße anfällig für Krankheiten, Schädlinge oder wiedrige Umwelteinflüsse macht. Ein Ausfall der Ernte durch diese Gleichschaltung der Pflanzen, wird zukünftig nicht nur sich langanhaltend im erhöhten Preis der Lebensmittel wiederspiegeln, sondern auch einen erheblichen Verlust der Diversität erzeugen. 
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Aubergine Blaukönigin - Aubergine Dourga - Aubergine Little green

Auswirkung und Aussicht auf Sortenvielfalt

Ein Beispiel was der Verlust der Vielfalt bedeutet, kann gut an dem Beispiel der 'Cavendish-Banane' erkannt werden. Ein Fusarium-Pilz hatte die großen Bananenplantagen, die hauptsächlich Weltweit exportiert wurden, in kurzer Zeit befallen und gefährdete erheblich die Bananenproduktion der ganzen Welt. 

Ökologisch traditionell gezüchtetes Saatgut hingegen ist für die Vermehrung geeignet (sog. samenfeste Sorten oder offen Bestäubend). Sorten die eine Grundlage für die Züchtung neuer Sorten bieten und aus der Vergangenheit überliefert wurden, nennen sich Erbsaatgut oder Erbstücksamen (engl. Heirloom). Dieses Erbsaatgut biete ich hier auf meiner Website an um Menschen die Möglichkeit zu bieten, diese Samen wie früher anzubauen, zu vermehren und weiterzugeben. Diese enthalten das unveränderte Erbgut was das Potenzial der Diversität in sich trägt.

Mit diesen Samenfesten Sorten kann zukünftig die Pflanzen- und damit die Nahrungsvielfalt erhalten werden. Und damit wir unabhängig lernen wie wir Saatgut züchten können, biete ich viele Informationen dazu in meinem Gartenhandbuch an. Bei weiteren Fragen kannst du mich jederzeit über meinen Live-Chat kontaktieren.
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Weitere Fragen?
Dann kontaktiere mich über den Live-Chat unten rechts
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Nachhaltigkeit war vor 200 Jahren noch ein Grundlegender wichtiger Bestandteil bei der Erhaltung und Erzeugung von Saatgut, heute geht es Hauptsächlich um die Wirtschaftlichkeit. In dem Artikel zeige ich dir welche schwerwiegenden Auswirkungen die Staatliche Förderung und mono-Polarisierung von Hybridsamen weltweit zu folge hat. 
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