Mit diesen Erfahrungen und Tipps findest du schnell eine Lösung!
Sträucher und Bäume

Aussaat-Arten

Aussaat-Arten
Aussaat-Arten
Generell kann die Aussaat immer direkt erfolgen. Wir unterscheiden zwischen Direktsaat und Vorkultivierung.

Direktsaat: Dabei werden die Samen meist in Reihen direkt ins Beet gesät. Bei Bohnen oder ähnlichen Sorten werden meist mehrere Samen in ein Loch gegeben. Dies ist eine schnelle Option, aber es besteht die Möglichkeit, dass Vögel, Ameisen oder andere Lebewesen diese Samen fressen oder wegtragen. Gründüngung wird traditionell im Streuverfahren ausgesät und je nach Sorte leicht in den Boden eingearbeitet. 

Vorkultivierung: Bei einigen Sorten, die langsam wachsen, eine hohe Keimtemperatur erfordern oder mehr Abstand im Beet brauchen, ist dies eine sinnvolle Methode, um die gewünschten Pflanzen zu erhalten. Ebenfalls ist es durch diese Methode möglich mit der Aussaat früher zu beginnen, was zu einer früheren Ernte führen kann. Darüber hinaus handelt es sich hierbei auch um eine samenschonende Variante. Weil der Aufwand der Vorkultivierung ein wenig komplexer ist, im gegensatz zur Direktsaat, wird er nur gezielt bei bestimmten Sorten eingesetzt. 

Eine parallele Aussaat in Töpfen mit gleichzeitiger Aussaat im Freiland kann eine gute Möglichkeit bieten, den später durch Ausfall verfügbaren Platz im Beet für eine eventuelle Nachbepflanzung effizient zu nutzen. Auch wenn Dein Beet noch nicht fertig ist oder Du gerade keine Zeit hast Dein Beet vorzubereiten, kannst Du diesen Engpass durch Vorkultivieren harmonisieren. 

Ob es Direkt gesät oder Vorkultiviert wird, hängt letztlich von der Pflanzenart und der Nutzung ab. Meist werden Pflanzen bevorzugt, deren Potenzial wir gezielt fördern wollen, wie zum Beispiel Salat, Tomaten, Paprika, Gurke und Melone. Dadurch können wir gezielt die Voraussetzungen schaffen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Weitere Pflanzen wie Kräuter, Feldsalat und Gründüngung, was meist breitwürfig oder sehr dicht in Reihen gesät wird, werden direkt ausgesät.
Keimarten
Je nach Art wird zwischen einem oberirdischen (epigäischen) oder unterirdischen (hypogäischen) Keimungstyp unterschieden.

Bei der oberirdischen Keimung entsteht der Keimstiel (Hypokotyl) zwischen der Wurzel und den Keimblättern. Mit einem sogenannten Hypokotylhaken, der einen bogenförmigen Auswuchs (Hakenform) darstellt, durchbricht er die Bodenoberfläche und entfaltet seine Keimblätter. Die Keimblätter sind bis zur Bildung der ersten eigenen Primärblätter photosynthetisch aktiv und sterben später ab. 

Beispiele für epigäische Keimung: Tomate, Kartoffel, Sonnenblume, Aubergine, Paprika und Radieschen.

Bei der unterirdischen Keimung entsteht der Keimstiel (Epicotyl) zwischen den Keimblättern und den Primärblättern im Boden und verbleibt dort, bis die Primärblätter die Bodenoberfläche durchbrechen. Die ersten photosynthetisch aktiven Blätter sind hier die Primärblätter. 

Beispiele für hypogeische Keimung: Erbse, Stangenbohne, Stangenbohne, Dicke Bohne und Dattelpalme. 

Im Allgemeinen benötigen wir bestimmte Faktoren, um die Samenruhe zu überwinden. Dies sind Wasser, Temperatur, Sauerstoff und Lichtverhältniss. 

Auch beim Keimen haben wir eine große Vielfalt, die es zu berücksichtigen gilt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. 

Einerseits unterscheiden wir hinsichtlich der Lichtverhältnisse zwischen Hell- oder Lichtkeimern und Dunkelkeimern

Lichtkeimer wachsen über dem Boden oder sind nur sehr leicht mit Erde bedeckt (0,5 cm) und benötigen Licht zum Keimen. Dunkelkeimer hingegen keimen nicht im Licht. Zum Keimen benötigen sie völlige Dunkelheit. Es ist auch möglich das eine Art unter beiden Lichtverhältnissen keimt. 

Bei den Temperaturverhältnissen unterscheiden wir zwischen Frost-, Kälte-, Normal-, Warm- und Heißkeimern. 

- Frostkeimer unter -5°C
- Kaltkeimer von -5°C bis 3°C 
- Normalkeimer von 3°C bis 11°C 
- Warmkeimer von 11°C bis 30°C 
- Heißkeimer über 30°C

Unterschiedliche Samenarten erfordern unterschiedliche Keimbedingungen. Manche Samen können erst nach Monaten langen Frosts oder nach Waldbränden oder sogar Vulkanausbrüchen keimen.

Darüber hinaus können wir die Ruhe künstlich unterbrechen. Eine Möglichkeit ist die Stratifizierung, Vernalisierung oder die Behandlung mit Gibberellinsäure. Eine künstliche Behandlung der Samen zur Auslösung der Keimung von Kältekeimen durch eine Kältebehandlung wird als Stratifizierung bezeichnet. Die Vernalisierung, auch Jarowisierung genannt, ermöglicht die Anzucht von Kaltkeimen in Gebieten mit kurzer Vegetationsperiode (lange Winter) und winterlichen Bodentemperaturen unter −20 °C, wo selbst Samen ihre Keimfähigkeit irreversibel verlieren können. 

Viele ein- und zweijährige Pflanzenarten in Regionen mit ausgeprägten Temperaturunterschieden zwischen Winter- und Sommerbedingungen treiben und blühen erst, wenn sie eine längere Periode niedriger Temperaturen überstanden haben. Dadurch wird verhindert, dass die Wachstumsphase (generative Phase) der Pflanze zu einem ungünstigen Zeitpunkt vor dem Wintereinbruch beginnt. Zur beschleunigten Keimung können einige Samen auch mit Gibberellinsäure behandelt werden, die unter optimalen Bedingungen eine sofortige Keimung auslöst.
Aussaattiefe
Nur wenn Du auf die Aussaattiefe achtest, kannst Du hohe Erträge erzielen!

Durch eine ungünstig gewählte Saattiefe wird die Keimrate erheblich reduziert. Darüber hinaus wird bei einer zu flachen Aussaat die Stabilität der Pflanze beeinträchtigt, was zu einem Abknicken der Pflanzen führen kann.

Die Aussaattiefe hängt von der Pflanzenart ab

Als grobe Orientierung kannst Du Folgendes beachten:

- Große Samen wie Erbsen, Bohnen, Mais, Saubohnen und Kürbisgewächse werden etwa 2–4 cm tief ausgesät.
- Kleinere Samen wie Karotten, Petersilie, Pastinake und Petersilienwurzel werden nur 0,5-1 cm tief in die Erde gelegt. 
- Feine Samen sind, wie die der meisten Kräuter, Lichtkeimer und keimen direkt auf der Erdoberfläche. 

Beachte, dass es sich hierbei nur um grobe Richtwerte handelt und dass sich bestimmte Sorten deutlich unterscheiden können.

Darüber hinaus ist es immer sinnvoll, den Einzelfall im Detail zu betrachten, um sein volles Entwicklungs-Potenzial entfalten zu können. 

Mehr Tipps: Um die Aussaat mit kleineren Samen zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Samen mit etwas trockenen Sand oder Sägemehl zu vermischen. Die Mischung wird am Tag vor der Aussaat oder früher angefeuchtet. Ein weiterer positiver Effekt ist das Voreinweichen der Samen, wodurch die Samen vor der Aussaat aktiviert werden. Dadurch wird die Keimzeit wesentlich verkürzt.
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