Empfehlungen zur Saatgutlagerung
Samen sind lebendige Lebewesen und jede Art hat ihre eigene „Lebensspanne“, in der sie ihre volle Keimkraft entfaltet. Damit Saatgut auch optimal keimen kann, entscheidet die Lagerung über den Erfolg deiner Aussaat.
Unsachgemäße Aufbewahrung verringert die Keimfähigkeit von Samen, dadurch sinkt die Keimrate, Pilze können sich ausbreiten und Samen vorzeitig altern. Feuchtigkeit, Wärme und Sauerstoff treiben den Stoffwechsel an und verbrauchen wertvolle Reservestoffe, die deine Keimlinge später brauchen.
Mit gezielten Bedingungen bringst du den Samenstoffwechsel nahezu zum Erliegen und bewahrst die Keimfähigkeit bis zum aufgedruckten Datum auf der Saatentüte. So hast du jederzeit kraftvolles Saatgut zur Hand und legst den Grundstein für eine ertragreiche Ernte.
Saatgut zu Hause lagern
Um die artbedingte Keimfähigkeit zu erhalten, empfehlen wir bei dir zu Hause folgende Lagerbedingungen:
  • Trocken lagern: Feuchtigkeit fördert Schimmel und vorzeitige Keimung.
  • Kühl aufbewahren: Ideal sind generell 0 °C bis 10 °C. Je kälter, desto länger bleibt Saatgut keimfähig.
  • Geringe Luftfeuchtigkeit: Eine Umgebungsfeuchtigkeit von 20-35% sind optimal.
  • Dunkel lagern: Licht entzieht Samen wertvolle Inhaltsstoffe und reduziert die Keimrate.
  • Luftdichte Behälter: Glas- oder Kunststoffbehälter schützen vor Feuchtigkeit und Sauerstoff.
Ideal geeignet für die Lagerung von Saatguttütchen sind luftdichte Gläser oder Vorratsbehälter mit fest schließendem Deckel. Um Saatgut für einen längeren Zeitraum aufzubewahren, kann zusätzlich ein Beutel mit Kieselgel beilegt werden. Silica Gel Päckchen können in Apotheken, Drogerien oder im Internet erworben werden und sorgen dafür, dass die Umgebung trocken bleibt. Das Gel kann bei Temperaturen zwischen 80 und 100 °C wieder getrocknet werden, wodurch es erneut einsatzfähig ist. Wer die Möglichkeit hat, kann das Saatgut auch vakuumieren und in einer lichtundurchlässigen Verpackung lagern. 
Besonderheit bei der Lagerung
Tropische Pflanzen stellen eine Ausnahme bei der Lagertemperatur dar, denn sie stammen aus Regionen mit konstant warmen Klima und werden optimal bei einer Umgebungstemperatur von 15-25°C und einer Luftfeuchtigkeit von 30-60% gelagert. Weil ihre Samen sind nicht an Kälte angepasst sind, können sie bei zu niedrigen Temperaturen Schaden nehmen oder ihre Keimfähigkeit erheblich verlieren. Selbst im Ruhezustand haben tropische Samen oft eine höhere Stoffwechselaktivität als die meisten unserer bekannten Arten. Sie brauchen dadurch mildere Bedingungen, um nicht zu altern oder zu degenerieren.
Mindesthaltbarkeitsdatum
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf Saatgut zu drucken.  
Da die Keimfähigkeit von vielen Faktoren abhängt – etwa Sorte, Erntejahr, Trocknung, Lagerbedingungen und natürlicher Lebensdauer – wäre ein pauschales Haltbarkeitsdatum aus unserer Sicht nicht verlässlich.
Deshalb haben wir die Initiative ergriffen und eine eigene, praxisnahe Orientierung entwickelt.
Sie ermöglicht es dir, die voraussichtliche Lebens- und Keimfähigkeit jeder Art individuell einzuschätzen.
Auf der Rückseite unserer Saatguttüten findest du – direkt unter dem Erntedatum – den Hinweis „Viability“ (Lebensfähigkeit). Diese Angabe beschreibt die artspezifische Lebens- und Keimfähigkeit des Saatguts.
Das Erntedatum ist oben auf der Rückseite jeder Saatguttüte aufgedruckt.  
Bei fachgerechter Lagerung kannst du anhand dieser beiden Informationen leicht erkennen, wie lange das Saatgut voraussichtlich keimfähig bleibt.
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