Gemeiner Rainfarn – traditionelle aromatische Wildstaude für extensive Pflanzungen und vielseitige Nutzung.
Robuste, mehrjährige Wildstaude mit charakteristischen goldgelben Blütenköpfchen. Ihr Wuchs ist aufrecht, horstig und locker verzweigt. Die Pflanzen wachsen zuverlässig, breiten sich über kurze Rhizome aus und eignen sich ideal für Naturgärten und Wildstaudenbeete. Winterhart, samenfest und traditionell als Färberpflanze, Räucherkraut sowie für Pflanzenjauchen genutzt.
Herkunft & Geschichte
Der Gemeine Rainfarn ist eine samenfeste, offen bestäubte und langlebige Wildstaude aus den gemäßigten Zonen Europas und Asiens, wo er seit Jahrhunderten an Wegrändern, auf Wiesen und Brachflächen vorkommt. Botanisch gehört er zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), zur Unterfamilie der Asteroideae und zur Gattung Tanacetum innerhalb der Art Tanacetum vulgare.
Bereits im Mittelalter wurde Rainfarn als Heil‑ und Nutzpflanze verwendet, vor allem wegen seiner aromatischen Inhaltsstoffe und seiner Anwendung gegen Insekten. Die historische Namensform „Rainfarn“ – abgeleitet aus älteren deutschen Begriffen wie „Reinfarn“ oder „Wurmfarn“ – erinnert an diese traditionelle Nutzung. Seine robuste Natur und die Fähigkeit, über Rhizome langlebige Bestände zu bilden, führten zu seiner weiten Verbreitung.
Mit europäischen Siedlern gelangte der Rainfarn früh nach Nordamerika, wo er seit dem 17. Jahrhundert in Gärten kultiviert und später vielerorts eingebürgert wurde. Auch nach dem Rückgang traditioneller Kräuternutzung blieb er in naturnahen Gärten erhalten. Seine lange Blütezeit, seine Bedeutung als Bestäuberpflanze und seine hohe Standorttoleranz wurden über Generationen geschätzt. Die stabile Präsenz des Gemeinen Rainfarns in der europäischen Flora und seine vielseitige historische Nutzung machen ihn kulturgeschichtlich zu einer wertvollen Wildpflanze.
Aussehen & Merkmale
Die Pflanzen bilden aufrechte, horstige Bestände und erreichen eine Wuchshöhe von etwa 80–150 cm bei einer Breite von 40–60 cm. Die goldgelben, knopfförmigen Blüten erscheinen in dichten, flachen Trugdolden. Die Art ist vollständig winterhart bis etwa –35 °C.
Pflanzendetails:
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Größe: Mittel bis hoch, 80–150 cm hoch, 40–60 cm breit
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Form: Aufrecht, horstbildend, locker verzweigt
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Blütenfarbe: Goldgelb, leuchtend
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Blütezeit: Juli bis September
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Duft: Stark aromatisch, kampferartig
Verwendung & Anbau-Highlights
Der Gemeine Rainfarn eignet sich für naturnahe Gärten, Wildstaudenbeete, Bauerngärten und extensive Pflanzungen. Historisch wurde die Pflanze als Färberpflanze für Gelbtöne, als Räucherkraut und zur Herstellung von Pflanzenjauchen genutzt. Sie dient als wertvolle Bestäuberpflanze und als traditionelles Heilkraut. In naturnahen Pflanzungen, Wildblumenwiesen und ökologischen Gärten setzt sie mit ihren leuchtenden Blütenständen farbige Akzente und trägt zur Förderung der Biodiversität bei. Auch als Schnittblume für rustikale Sträuße bleibt sie attraktiv. Darüber hinaus wird Rainfarn aufgrund seines aromatischen Duftes in Mischpflanzungen geschätzt, da er unerwünschte Insekten fernhalten kann. Getrocknete Blüten und Blätter finden Verwendung in Duftsträußen, Kräuterbündeln und dekorativen Naturbindereien. Zudem eignet sich die Pflanze für die Herstellung natürlicher Pflanzenextrakte, die im Garten als unterstützende Pflegemittel und als sanfte Insektenschutzmittel eingesetzt werden können.
Der Gemeine Rainfarn ist äußerst robust und anpassungsfähig und liefert zuverlässig Blütenpracht im Freiland. Er blüht lange, bildet stabile Horste und zeigt eine hohe Toleranz gegenüber Trockenheit. Auch in mäßig nährstoffarmen Böden entwickelt er langlebige Bestände. Dank seines kräftigen, rhizomartigen Wurzelsystems bleibt er pflegeleicht, während die gleichmäßige Horstbildung die Flächendeckung erleichtert. Ausgewachsene Pflanzen sind weitgehend schneckenresistent und zeigen eine ausgezeichnete Winterhärte. Rainfarn eignet sich hervorragend für Mischpflanzungen, verträgt Hitze gut und bleibt auch in vollsonnigen Lagen vital. Durch seine schnelle Etablierung schließt er offene Bodenstellen rasch und stabilisiert naturnahe Pflanzungen. Zudem überzeugt er durch hohe Schnittverträglichkeit und zeigt eine bemerkenswerte Resistenz gegenüber vielen Pflanzenkrankheiten. Seine dichte Belaubung unterdrückt Beikräuter auf natürliche Weise und erleichtert die Pflege in extensiven Pflanzungen.
Im Vergleich zu anderen Wildstauden überzeugt der Gemeine Rainfarn durch seine außergewöhnliche Robustheit und seine vielseitige traditionelle Nutzung – ideal für alle, die langlebige Wildpflanzen und charakteristische goldgelbe Blütenstände schätzen.