Wermut – aromatische, silbrig‑buschige Wildstaude mit intensivem Bitteraroma und traditioneller Bedeutung.
Mehrjährige, robuste Wildstaude mit silbrig‑grauen, fein gefiederten Blättern und charakteristischem Duft. Sie wächst buschig, ist winterhart und eignet sich für Freiland, Steingärten und trockene Standorte. Sie keimt zuverlässig und bildet langlebige, ausdauernde Horste. Optimal für Selbstversorgung, Bitteransätze und ökologischen Kräuteranbau.
Herkunft & Geschichte
Wermut gehört zu den ältesten Bitter‑ und Heilpflanzen der Alten Welt und begleitet Menschen seit über zwei Jahrtausenden. Seine ursprüngliche Heimat liegt in den trockenen, sonnigen Regionen Europas, Nordafrikas und Westasiens. Botanisch zählt Wermut zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), zur Unterfamilie Asteroideae und zur Gattung Artemisia, die traditionell mit der Schutzgöttin Artemis verbunden wird.
Die erste belegbare Erwähnung stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.. Der griechische Arzt Dioskurides beschreibt Wermut in seinem Werk De materia medica als eines der wichtigsten Bitterkräuter seiner Zeit. Auch Plinius der Ältere und die hippokratische Medizin erwähnen ihn als kräftigendes, verdauungsförderndes Kraut.
Im Mittelalter wurde Wermut zu einem festen Bestandteil der Klostergärten. In Kräuterbüchern und medizinischen Schriften des 9. bis 12. Jahrhunderts wird er als reinigendes, stärkendes und schützendes Kraut beschrieben. Hildegard von Bingen und später Paracelsus schätzten ihn als klassisches Bittermittel. Die Pflanze war so verbreitet, dass sie in Bauerngärten, Apothekergärten und an Wegesrändern fast überall zu finden war.
Mit der frühen Neuzeit begann seine Rolle in der Herstellung von Bitterlikören, Absinth und Wermutwein. Seine Bitterstoffe – vor allem Absinthin – und ätherischen Öle wie Thujon prägen bis heute den typischen Geschmack dieser traditionellen Getränke.
Aussehen & Merkmale
Die Pflanze ist mehrjährig, krautig und bildet aufrechte, buschige Stängel. Die Blätter sind fein gefiedert, silbrig‑grau und dicht behaart. Die kleinen gelblichen Blüten erscheinen ab Hochsommer in lockeren, rispigen Blütenständen. Sie bildet eine kräftige, tiefreichende Pfahlwurzel mit langlebiger Basis. Winterhart bis mindestens −29 °C.
Pflanzendetails:
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Wuchshöhe: Mittel, 60–120 cm
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Form: Aufrecht, buschig, kompakt verzweigt
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Blätter: Fein gefiedert, silbrig‑grau
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Blüten: Gelblich, in Rispen
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Geschmack: Intensiv bitter, aromatisch
Verwendung & Anbau-Highlights
Wermut eignet sich ideal für Bitterliköre, Absinth, Wermutwein und traditionelle Kräuteransätze. Sein aromatisch‑bitterer Geschmack verfeinert Tinkturen, Bitterelixiere und Kräutertees. Getrocknete Blätter und Blütenstände dienen als Räucherwerk, für Tee, Rituale, Duftkissen, Kräuterbündel und dekorative Kränze. In vielen Regionen gilt er als klassisches Schutz‑ und Reinigungskraut. Seine Triebe aromatisieren Essig, Öle und traditionelle Getränke. Zudem wird Wermut seit Jahrhunderten zum Vertreiben von Insekten genutzt – in Sträußen, Schränken oder natürlichen Abwehrmischungen. Im Garten wirkt er als robuste, duftende Strukturpflanze, die Nützlinge anzieht und Schadinsekten fernhält. Auch für Pflanzenjauchen, natürliche Pflanzenschutzmittel und handwerkliche Anwendungen wie Trockensträuße oder Räucherpfannen ist er bestens geeignet.
Wermut gedeiht zuverlässig im Freiland, in Steingärten und an trockenen, sonnigen Standorten. Die Pflanze ist äußerst pflegeleicht, winterhart und über viele Jahre beerntbar. Ihre Blüten ziehen zahlreiche Nützlinge an und fördern das ökologische Gleichgewicht. Dank ihrer Robustheit wächst sie auch in kargen Böden stabil weiter, regeneriert sich nach jedem Schnitt und ist mehrschnittig nutzbar. Sie bildet langlebige, kompakte Horste, verträgt Trockenheit, Hitze und nährstoffarme Standorte und bleibt selbst in vollsonnigen, windoffenen Lagen vital. Ältere Pflanzen sind schneckenresistent und eignen sich gut für die Topfkultur. Durch ihren aromatischen Duft wirkt sie natürlich abwehrend auf Schadinsekten, während sie gleichzeitig Bestäuber anzieht. Auch in mageren, steinigen oder sandigen Böden bleibt Wermut zuverlässig vital und eignet sich ideal für Präriebeete, Naturgärten und trockene Hanglagen.
Im Vergleich zu anderen Artemisia-Arten ist Wermut die klassische Bitterpflanze mit besonders intensivem Aroma – ideal für alle, die pflegeleichte, mehrjährige Kräuter mit hohem traditionellem Wert und vielseitiger Verwendung in Küche, Hausapotheke und Garten schätzen.