Stangenbohne 'Blauhilde' - Phaseolus vulgaris

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Traditionelle Kulturform & Moderner Klassiker. Samenfest & offen bestäubt - 100 % frei von Hybrid-Züchtungen, Gentechnik & synthetischem Dünger. Ökologisch vermehrt - Freie Sorte.
Bohnensamen2

Erntejahr:

2022

Keimfähigkeit:

4 Jahre (artspezifisch)
Ausführliche Hinweise zur Keimfähigkeit

Beschreibung

Anbau & Eigenschaften

Stangenbohne ‘Blauhilde’ – traditionelle violette Kletterbohne mit langen, zarten, fadenlosen Hülsen, die beim Kochen grün werden.

Einjährige, wärmeliebende Hülsenfrucht mit langen, violetten, fadenlosen Bohnen und aromatisch‑mildem Geschmack. Die Pflanzen wachsen kräftig kletternd, erreichen 250–300 cm Höhe und benötigen ein Rankgerüst. Sie gedeihen zuverlässig an sonnigen, warmen Standorten im Freiland, Hochbeet oder im Garten, mit moderatem Wasserbedarf und hoher Ertragssicherheit. Die Sorte ist robust, pflegeleicht und samenfest – ideal für Selbstversorgung, Mischkultur und den ökologischen Anbau.

 

   Herkunft & Geschichte

‘Blauhilde’ ist eine traditionelle europäische Stangenbohne, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts in Hausgärten verbreitet wurde. Sie gehört zu den klassischen, rankenden Phaseolus‑vulgaris-Typen, die für ihre außergewöhnlich langen, violetten, fadenlosen Hülsen geschätzt werden. Als samenfeste Sorte wurde sie über Jahrzehnte hinweg durch gärtnerische Selektion stabilisiert und an unterschiedliche Gartenböden angepasst. Botanisch zählt sie zur Familie der Fabaceae, Unterfamilie Faboideae, Gattung Phaseolus.

Die erste Erwähnung der Sorte stammt aus dem Jahr 1964, wo sie in der gärtnerischen Fachliteratur – dokumentiert im deutschen Werk „Das Lexikon der alten Gemüsesorten“ – als neue violette Stangenbohne mit fadenlosen Hülsen und hoher Ertragssicherheit beschrieben wurde. Als farbintensive Stangenbohne der Nachkriegszeit hat sie sich in den 1960er und 1970er Jahren in mitteleuropäischen Küchengärten rasch verbreitet und auch in europäischen Gartenpublikationen etabliert. Sie gilt seitdem als robuste, farbstabile und ertragreiche Sorte mit außergewöhnlich langen Hülsen für Haus‑ und Bauerngärten.

Ihre violette Farbe galt als Besonderheit, die sowohl im Anbau als auch in der Küche Aufmerksamkeit erregte. Besonders charakteristisch ist der sogenannte „Zauberbohnen‑Effekt“: Die tiefvioletten Hülsen färben sich beim Kochen leuchtend smaragdgrün – ein Farbwechsel, der sie in vielen Haushalten zu einer beliebten Kinder‑ und Familienbohne machte. Die Sorte bewährte sich besonders in Regionen mit wechselhaften Sommern, da sie zuverlässig blühte, lange Ernteperioden bot und auch unter weniger idealen Bedingungen stabile Erträge lieferte. In bäuerlichen Selbstversorgergärten wird sie wegen ihrer langen, fadenlosen Hülsen, ihres mild‑aromatischen Geschmacks und ihrer hohen Widerstandsfähigkeit bis heute geschätzt und zählt zu den beliebtesten violetten Stangenbohnen Europas.

 

   Aussehen & Merkmale

Stangenbohne ‘Blauhilde’ ist einjährig, krautig und stark kletternd. Sie bildet lange, windende Triebe mit mittelgrünem Laub. Die weißen bis leicht violett überhauchten Blüten erscheinen ab Frühsommer. Nach der Blüte entwickeln sich lange, runde, violette, fadenlose Hülsen, die zarte, cremefarbene Samen enthalten. Das Wurzelsystem ist pfahlförmig mit kräftigen Seitenwurzeln. Einjährig kultivierbar, nicht winterhart.

Pflanzendetails:

  • Wuchshöhe: Hoch, 250–300 cm

  • Form: Kletternd, krautig, indeterminiert

  • Blätter: Mittelgrün, dreizählig

  • Blüten: Weiß bis zart violett

  • Hülsen: Violett, 20–25 cm lang, rund, fadenlos; Samen cremefarben

  • Geschmack: Mild, aromatisch, zart

 

 Verwendung & Anbau-Highlights

‘Blauhilde’ eignet sich hervorragend für Pfannengerichte, Gemüsebeilagen, Eintöpfe, Wokgerichte, Tempura, Einlegen, Fermentieren und die Vorratshaltung. Die fadenlosen Hülsen lassen sich dünsten, kochen, braten, grillen, frittieren oder blanchiert einfrieren und behalten dabei eine angenehme Bissfestigkeit. Ihr mild‑zartes Aroma macht sie vielseitig einsetzbar – von klassischer Hausmannskost bis zu modernen Gemüsegerichten. Junge Hülsen harmonieren gut mit Kräutern wie Bohnenkraut, Estragon oder Zitronenthymian und passen ideal in Bowls, Pasta‑Gerichte, sommerliche Gemüsepfannen und leichte Currys. Darüber hinaus eignet sich ‘Blauhilde’ für Ofengerichte, herzhafte Gratins, gefüllte Gemüsevarianten, Reis‑ und Getreidepfannen, warme Mezze, Gemüse‑Antipasti, feine Gemüsecremes, Bohnenpesto, mariniertes Grillgemüse, Sommer‑Salate, Gemüsechips und aromatische Suppeneinlagen. In der kalten Küche bereichern die Hülsen Pickles, Vorspeisenplatten, Bowl‑Toppings und leichte Lunch‑Gerichte. Reife Samen können getrocknet und als Trockenbohnen genutzt werden.

Im Anbau zeigt sich ‘Blauhilde’ äußerst zuverlässig: Sie bevorzugt sonnige, warme Standorte und gedeiht auch in Regionen mit wechselhaftem Sommer. Dank ihres kräftigen Wuchses benötigt sie ein stabiles Rankgerüst, bleibt aber pflegeleicht und krankheitsarm. Gleichmäßige Feuchtigkeit fördert den Fruchtansatz, Staunässe sollte vermieden werden. Die Pflanzen gedeihen auch in weniger optimalen Böden zuverlässig. Als Leguminose bindet sie Stickstoff und verbessert langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Ihre lange Kulturzeit ermöglicht eine ausgedehnte Ernte über viele Wochen. Zusätzlich überzeugt ‘Blauhilde’ durch ihre hohe Hitzetoleranz, ihre robuste Standfestigkeit und ihre Fähigkeit, Trockenphasen dank tiefreichender Pfahlwurzel gut zu überbrücken. Die Sorte zeigt eine starke Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern, eine stabile Blühfreudigkeit bis in den Spätsommer und eine bemerkenswerte Gleichmäßigkeit im Hülsenansatz. Auch in Mischkultur – besonders mit Kohl, Salat, Mais oder Kräutern – bleibt sie vital und ertragstreu.

Im Vergleich zu anderen Stangenbohnen überzeugt ‘Blauhilde’ durch ihre außergewöhnlich langen, violetten, fadenlosen Hülsen, ihren milden Geschmack und ihre hohe Ertragssicherheit – ideal für Selbstversorger, Familiengärten, Mischkultur und den ökologischen Anbau.

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Ursprung & Anbau im Überblick

Erste Erwähnung:

1964

Herkunft:

Deutschland

Züchter:

Nicht bekannt – traditionelle Sorte

Vermehrungsort:

Alentejo - Portugal

Geeignet für:

Freiland, Folientunnel, Gewächshaus, Hochbeet, Urban Gardening, Vertikaler Anbau

Pflegeaufwand:

Gering - pflegeleicht, ideal für Einsteiger.

Überwinterung:

Nicht winterhart - einjährig kultivierbar im Freiland.

Besondere Eigenschaften:

Schnell nutzbar, Schnellwachsend, Hoher Ertrag / ertragreich, Pflegeleicht, Lichtliebend / sonnig, Schattenverträglich / halbschattig, Hitzeverträglich
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Anbau-Anleitung für

Blauhilde

Anbauschwierigkeit:

Leicht
• Im subtropischen Klima von März bis September sonnig oder halbschattig aussäen – Vorkultur nicht empfehlenswert.
• In gemäßigten Regionen Direktsaat von April bis Juni nach dem Frost in voller Sonne – Vorkultur nicht empfehlenswert.
• Aussaat in tiefgründigen, durchlässigen, humusreichen und nährstoffreichen Lehmboden – 2–3 cm tief. Pflanzabstand: 30 × 60 cm.

Anbau Tipps:

• Direktsaat ist empfehlenswert - Jungpflanzen wachsen schnell und kräftig.
• Gute Luftzirkulation schützt vor Blattläusen und Pilzkrankheiten.
• Für eine gestaffelte Ernte sind mehrere Aussaaten im Abstand von 4 Wochen empfehlenswert.
• Horstsaat möglich - 3–4 Samen pro Loch mit einem Horstabstand von 40 cm säen.
• Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl verbessern die Bodenstruktur und steigern die Speicherfähigkeit für Nährstoffe und Wasser.

Lagerhinweise:

Saatgut kühl, trocken, dunkel und luftdicht lagern für maximale Haltbarkeit und Keimfähigkeit.
Ausführliche Hinweise zur Lagerung von Saatgut
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Pflanzen-Steckbrief

Pflanzendetails

Botanischer Name:

Phaseolus vulgaris L. 'Blauhilde'

Pflanzenfamilie:

Fabaceae

Pflanzentyp:

Hülsenfrüchte

Wuchsform:

Kletternd, Krautig, Indeterminiert

Pflanzenbreite ca.:

35 cm

Pflanzenhöhe ca.:

250–300 cm

Wurzeltyp:

Mittel- bis Tiefwurzler, Pfahlwurzler

Winterhart bis:

0 °C - kurzfristig tolerierbar, aber nicht winterhart.

Kulturdauer:

4-6 Monate

Lebenszyklus:

Einjährig

Vermehrungsform:

Generative Vermehrung über Samen, Selbstaussaat

Vermehrung:

• Diese Sorte ist überwiegend selbstbefruchtend, gelegentlich durch Insekten fremdbestäubt und gehört zur Art Phaseolus vulgaris.
• Zur Saatgutgewinnung genügt ein Abstand von 5–10 m zu anderen Sorten derselben Art – Kreuzungen sind selten, aber möglich.
• Die Pflanze ist einjährig – nach der Blüte bildet sie kleine, verzweigte Blütenstände mit gut ausreifenden Samen in trockenen Hülsen.
• Die Samen sind erntereif, sobald die Hülsen vollständig eingetrocknet und strohig‑brüchig geworden sind.

Aussaat & Pflanzung

Keimtyp:

Dunkelkeimer, Normalkeimer

Saattiefe:

2-3 cm

Keimtemperatur:

18-25 °C

Keimdauer:

7-14 Tage

Topfkultur:

Nicht empfohlen - besser im Beet kultivieren.

Reihenabstand Baby-Leaf:

Nicht für Baby-Leaf geeignet.

Pflanzenabstand:

30 cm

Reihenabstand:

60 cm

Pikieren / Vereinzeln:

Kein Vereinzeln nötig - Direktsaat empfohlen.

Pflanzzeitpunkt:

Pflanzung nicht erforderlich – Direktsaat ist empfehlenswert.

Boden

Bodenart:

Tiefgründiger und durchlässiger, humusreicher Lehmboden

pH-Wert des Bodens:

6,0-7,0 - schwach sauer bis neutral

Nährstoffbedarf:

Mittelzehrer

Bodenfeuchte:

Gleichmäßig feucht, Staunässeempfindlich

Boden Vorbereitung:

Vor Aussaat tiefgründig lockern, Kompostgabe vor Pflanzung, Unkrautfrei und krümelig vorbereiten, Mulchschicht zur Feuchtigkeitsregulierung

Mischkultur, Fruchtfolge & Ernte

Mischkultur Partner:

Salat, Spinat, Mangold, Kürbisgewächse, Radieschen, Möhre, Rote Bete, Mais, Dill, Borretsch, Ringelblume, Kapuzinerkresse

Schlechte Nachbarn:

Andere Leguminosen, Zwiebelgewächse, Fenchel, Tomate, Kartoffel, Sellerie

Fruchtfolge-Hinweise:

• Nicht nach anderen Leguminosen pflanzen – mindestens 4 Jahre Abstand empfohlen.

Erntezeit:

Sommer, Herbst

Aussaat bis zur Ernte:

2-3 Monate

Ernteteile:

Schoten

Verzehrgeeignet:

Ja - gegart essbar.

Verwendungszweck:

Diätküche, Low Carb, Dünsten, Kochen, Braten, Grillen, Backen, Frittieren, Füllen, Einlegen, Gefrieren, Konservieren, Trocknen / Dörren

Pflege & Kulturmaßnahmen

Wasserbedarf:

Mittel - Hoch

Pflegemaßnahmen:

Bei Direktsaat ausdünnen nach der Keimung, Regelmäßig gießen - auch in Trockenperioden, Unkrautfrei halten, Rankhilfe erstellen

Pflanzenschutz:

Schneckenschutz sinnvoll, Luftiger Standort und gute Drainage empfohlen, Mulchen empfohlen

Kulturhinweise:

Bewährt und problemlos im Anbau. In der frühen Entwicklungsphase Schneckenanfällig. Später sind die robusteren Blätter weniger gefährdet. Wachstumsstopp bei Trockenheit – gleichmäßige Wasserversorgung notwendig. Empfindlich gegenüber Staunässe – gut drainierten Boden verwenden.

Weitere Namen

EN - Englische Namen:

• Pole bean • Climbing bean

DE - Deutsche Namen:

• Stangenbohne

PT - Portugiesische Namen:

• Feijão trepador

ES - Spanische Namen:

• Judía de enrame

FR - Französische Namen:

• Haricot à rames

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