Schnittsellerie 'Gewöhnlicher Schnitt' - Apium graveolens var. secalinum

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Traditionelle Kulturform. Samenfest & offen bestäubt - 100 % frei von Hybrid-Züchtungen, Gentechnik & synthetischem Dünger. Ökologisch vermehrt - Freie Sorte.
Bohnensamen2

Erntejahr:

2024

Keimfähigkeit:

4 Jahre (artspezifisch)
Ausführliche Hinweise zur Keimfähigkeit

Beschreibung

Anbau & Eigenschaften

Schnittsellerie 'Gewöhnlicher Schnitt' – aromatisches Selleriegrün mit intensivem, herzhaftem Geschmack.

Einjähriges, kultiviertes Küchenkraut mit frischem, kräftigem Selleriearoma und hohem Gehalt an ätherischen Ölen. Die Pflanzen wachsen vital, sind pflegeleicht und eignen sich für Freiland, Hochbeete, Töpfe und Kräutergärten. Im ersten Jahr bilden sie eine dichte, aufrechte Blattrosette von 30–50 cm Höhe. Schnittsellerie keimt zuverlässig, reagiert gut auf regelmäßige Ernte und liefert die ganze Saison über aromatisches Grün. Ideal für Selbstversorgung, Kräuterbeete und frische Alltagsküche.

 

Herkunft & Geschichte

‘Gewöhnlicher Schnitt’ ist eine traditionelle Blattform des Selleries, aus der später sowohl Staudensellerie als auch Knollensellerie hervorgingen. Dieser Sellerietyp gehört zum europäischen Gartenerbe und wird seit dem frühen Mittelalter genutzt. Botanisch gehört Schnittsellerie zur Familie Apiaceae, Unterfamilie Apioideae, Gattung Apium.

Im Hochmittelalter wurde dieser Sellerietyp systematisch in Klostergärten kultiviert und galt als wärmend, stärkend und verdauungsfördernd. Die Blätter wurden frisch in Suppen, Kräuteraufgüssen und Heilrezepturen verwendet. Während Apium graveolens später zu eigenständigen Kulturformen wie Knollensellerie und Staudensellerie führte, blieb die Schnittform in ländlichen Gärten erhalten. Sie wurde wegen ihres intensiven Aromas geschätzt und war ein Grundpfeiler der Alltagsküche.

Die Sorte ‘Gewöhnlicher Schnitt’ steht in direkter Linie zu dieser historischen Blattform und bewahrt deren ursprüngliche Eigenschaften: schnelles Wachstum, kräftiger Neuaustrieb nach dem Schnitt und ein frisches, robustes Blattaroma. In der traditionellen Kräutermedizin wurden die ätherisch‑ölreichen Blätter wegen ihrer verdauungsfördernden, harntreibenden und stoffwechselanregenden Wirkung genutzt. Sie fanden Verwendung in Kräuteraufgüssen, Suppen, stärkenden Rezepturen und als wärmendes Küchenkraut.

Heute bleibt Schnittsellerie ein klassisches Küchenkraut der europäischen Hausmannskost und ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Suppengrundlagen, Kräutermischungen und frischer Alltagsgerichte. Die Sorte ‘Gewöhnlicher Schnitt’ repräsentiert damit über 1.100 Jahre kontinuierliche Kulturgeschichte und verkörpert die ursprüngliche, aromatische und leicht anzubauende Form des Selleriegrüns.

 

Aussehen & Merkmale

Die Pflanze ist krautig und aufrecht, bildet im ersten Jahr eine kompakte Rosette aus aromatischen, gefiederten Blättern mit einer Wuchshöhe von 30–50 cm. Im zweijährigen Anbau entstehen im zweiten Jahr 60–90 cm hohe, verzweigte Blütenstängel mit weißen Dolden, die zahlreiche Bestäuber anziehen. Schnittsellerie ist robust, schnittverträglich und treibt nach jedem Schnitt zuverlässig wieder aus. Einjährig im Anbau, nicht winterhart.

Pflanzendetails:

  • Wuchshöhe: Mittel, 30–50 cm

  • Form: Basalrosette im 1. Jahr; aufrecht und verzweigt im 2. Jahr

  • Blätter: Gefiedert, stark aromatisch

  • Blüten: Weiß, in Dolden

  • Geschmack: Frisch‑herzhaft, typisch sellerieartig


Verwendung & Anbau-Highlights

‘Gewöhnlicher Schnitt’ Schnittsellerie eignet sich ideal zum Würzen von Suppen, Brühen, Gemüsegerichten, Kräuterbutter, Dips, Füllungen und Eintöpfen. Die frischen Blätter sind reich an ätherischen Ölen und verleihen Gerichten ein intensives, frisches Selleriearoma. Er kann roh, gedünstet, gekocht, getrocknet oder eingefroren verwendet werden. Fein gehackt passt er zu Salaten, Kräutermischungen, Pestos und Smoothies; getrocknet eignet er sich hervorragend für Suppenwürze und Kräutersalze. Er verfeinert Risottos, Kartoffel‑ und Getreidegerichte, leichte Saucen, Marinaden und Dressings, funktioniert gut in Omeletts, Quiches und herzhaften Aufläufen und verleiht Wok‑Gerichten, Currys und mediterranen Gemüsepfannen Tiefe. Er harmoniert mit Fisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten und leichten Fleischgerichten, rundet klare Brühen und Fonds ab und sorgt als frischer Abschluss über warmen Speisen für aromatische Intensität. Auch in Kräuterölen, aromatisierten Essigen und herzhaften Aufstrichen entfaltet er sein volles Aroma.

Im Anbau ist ‘Gewöhnlicher Schnitt’ unkompliziert: Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte, humusreiche, gleichmässig feuchte Böden und regelmässigen Schnitt für kräftigen Neuaustrieb. Die Pflanzen sind robust, standfest und liefern über viele Monate frisches Grün. Er wächst zuverlässig in Töpfen wie im Beet. Bei Überwinterung bildet das zweite Jahr Blütenstängel und Samen für die eigene Saatgutgewinnung. Schnittsellerie zieht Nützlinge an, wächst schnell, konkurriert gut mit Unkraut und entwickelt sich auch bei wechselhaftem Wetter stetig. Seine mittlere Wurzeltiefe macht ihn tolerant gegenüber kurzen Trockenperioden, während seine kompakte Rosettenform enge Pflanzabstände und hohe Erträge pro Fläche ermöglicht. Dank seiner kurzen Kulturdauer lässt er sich flexibel in Fruchtfolgen integrieren, und Folgesaaten sichern kontinuierliche Ernten bis in den Herbst.

Im Vergleich zu anderen Sellerieformen ist ‘Gewöhnlicher Schnitt’ der einfachste und schnellste Blatttyp – ideal für alle, die aromatisches Grün mit hoher Erntefrequenz und vielseitiger Küchennutzung schätzen.

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Ursprung & Anbau im Überblick

Erste Erwähnung:

Kein belegbares Erstnennungsjahr

Herkunft:

Nicht offiziell dokumentiert

Züchter:

Nicht bekannt – über Erhaltungsinitiativen verbreitet

Vermehrungsort:

Hessen - Deutschland

Geeignet für:

Freiland, Gewächshaus, Folientunnel, Frühbeet, Hochbeet, Balkon / Topf, Urban Gardening

Pflegeaufwand:

Gering - pflegeleicht, ideal für Einsteiger.

Überwinterung:

Nicht winterhart - einjährig kultivierbar im Freiland.

Besondere Eigenschaften:

Schnell nutzbar, Schnellwachsend, Hoher Ertrag / ertragreich, Robust / widerstandsfähig, Pflegeleicht, Lichtliebend / sonnig, Schattenverträglich / halbschattig, Hitzeverträglich, Trockenheitsverträglich, Frosthart / winterhart
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Anbau-Anleitung für

Gewöhnlicher Schnitt

Anbauschwierigkeit:

Leicht
• Im subtropischen Klima von März bis September sonnig oder halbschattig aussäen – Vorkultur nicht empfehlenswert.
• In gemäßigten Regionen Direktsaat von April bis Juni nach dem Frost in sonnigen bis halbschattigen Lagen – Vorkultur nicht empfehlenswert.
• Aussaat in tiefgründigen, durchlässigen, humusreichen und nährstoffreichen Lehmboden. Lichtkeimer – nicht mit Erde bedecken. Pflanzabstand: 20 × 40 cm.
• Für Baby-Leaf dicht säen mit Reihenabstand 10-15 cm.

Anbau Tipps:

• Direktsaat ist empfehlenswert - Jungpflanzen wachsen schnell und kräftig.
• Frühzeitig ausdünnen, damit die Pflanzen genügend Platz haben.
• Gute Luftzirkulation schützt vor Blattläusen und Pilzkrankheiten.
• Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl verbessern die Bodenstruktur und steigern die Speicherfähigkeit für Nährstoffe und Wasser.

Lagerhinweise:

Saatgut kühl, trocken, dunkel und luftdicht lagern für maximale Haltbarkeit und Keimfähigkeit.
Ausführliche Hinweise zur Lagerung von Saatgut
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Pflanzen-Steckbrief

Pflanzendetails

Botanischer Name:

Apium graveolens L. var. secalinum Alef. 'Gewöhnlicher Schnitt'

Pflanzenfamilie:

Apiaceae

Pflanzentyp:

Blattgemüse

Wuchsform:

Aufrecht wachsend, Buschig, Krautig, Rosettenbildend

Pflanzenbreite ca.:

30 cm

Pflanzenhöhe ca.:

50 cm

Wurzeltyp:

Flach- bis Mittelwurzler, Pfahlwurzler

Winterhart bis:

-3 °C kurzfristig möglich.

Kulturdauer:

4-6 Monate

Lebenszyklus:

Zweijährig

Vermehrungsform:

Generative Vermehrung über Samen, Selbstaussaat

Vermehrung:

• Diese Sorte ist fremdbefruchtend durch Insektenbestäubung und gehört zur Art Apium graveolens.
• Zur Saatgutgewinnung empfiehlt sich ein Mindestabstand von 800–1000 m zu anderen Sorten derselben Art, da Kreuzungen leicht möglich sind.
• Die Pflanze ist zweijährig – im zweiten Jahr bildet sie hohe, verzweigte Doldenblütenstände mit zahlreichen, kleinen und gut ausreifenden Samen.

Aussaat & Pflanzung

Keimtyp:

Lichtkeimer, Normalkeimer

Saattiefe:

0 cm

Keimtemperatur:

15-24 °C

Keimdauer:

10-21 Tage

Topfkultur:

Möglich ab 3 Liter Topfvolumen.

Reihenabstand Baby-Leaf:

10-15 cm

Pflanzenabstand:

20 cm

Reihenabstand:

40 cm

Pikieren / Vereinzeln:

Kein Vereinzeln nötig - Direktsaat empfohlen.

Pflanzzeitpunkt:

Pflanzung nicht erforderlich – Direktsaat ist empfehlenswert.

Boden

Bodenart:

Tiefgründiger und durchlässiger, humusreicher Lehmboden

pH-Wert des Bodens:

6,5-7,5 - schwach sauer bis alkalisch

Nährstoffbedarf:

Mittel- bis Starkzehrer

Bodenfeuchte:

Gleichmäßig feucht, Anpassungsfähig, Staunässeempfindlich

Boden Vorbereitung:

Vor Aussaat lockern, Kompostgabe vor Pflanzung, Unkrautfrei und krümelig vorbereiten, Mulchschicht zur Feuchtigkeitsregulierung

Mischkultur, Fruchtfolge & Ernte

Mischkultur Partner:

Salat, Spinat, Kohlrabi, Bohne, Zwiebelgewächse, Rote Bete, Radieschen, Ringelblume, Tagetes, Borretsch

Schlechte Nachbarn:

Andere Doldenblütler, Stark zehrende Gemüsearten, Kartoffel, Mais, Minze, Sonnenblume, Senf, Rucola

Fruchtfolge-Hinweise:

• Nicht nach anderen Doldenblütlern pflanzen – mindestens 3 Jahre Abstand empfohlen.
• Nicht direkt nach stark zehrenden Kulturen – Boden vorher regenerieren.
• Gute Vorfrucht: Hülsenfrüchte, Zwiebelgewächse, Wurzelgemüse, Gründüngung – Fruchtwechsel fördert Bodengesundheit.

Erntezeit:

Frühling, Sommer, Herbst

Aussaat bis zur Ernte:

1,5-2,5 Monate

Ernteteile:

Blätter, Stiele, Junge Triebe

Verzehrgeeignet:

Ja - roh oder gegart essbar.

Verwendungszweck:

Diätküche, Low Carb, Würzen / Aromageber, Rohverzehr, Salate, Dünsten, Kochen, Braten, Füllen, Einlegen, Fermentieren, Pürieren, Saft / Entsaften, Smoothies, Tee, Gefrieren, Konservieren, Trocknen / Dörren

Pflege & Kulturmaßnahmen

Wasserbedarf:

Hoch

Pflegemaßnahmen:

Bei Direktsaat ausdünnen nach der Keimung, Regelmäßig gießen - auch in Trockenperioden, Lockern & hacken, Düngen, Unkrautfrei halten

Pflanzenschutz:

Luftiger Standort und gute Drainage empfohlen, Mulchen empfohlen

Kulturhinweise:

Bewährt und problemlos im Anbau. In der frühen Entwicklungsphase Schneckenanfällig. Später sind die robusteren Blätter weniger gefährdet. Wachstumsstopp bei Trockenheit – gleichmäßige Wasserversorgung notwendig. Empfindlich gegenüber Staunässe – gut drainierten Boden verwenden.

Weitere Namen

EN - Englische Namen:

• Leaf celery • Cutting celery • Chinese celery

DE - Deutsche Namen:

• Schnittsellerie • Blattsellerie • Staudensellerie

PT - Portugiesische Namen:

• Aipo de folha • Aipo cortado • Aipo verde cortar

ES - Spanische Namen:

• Apio de hoja • Apio de cortar

FR - Französische Namen:

• Céleri à couper • Céleri feuille

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