Weinraute - Ruta graveolens

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Historische, traditionelle und unveränderte Wildform. Samenfest & offen bestäubt - 100 % frei von Hybrid-Züchtungen, Gentechnik & synthetischem Dünger. Ökologisch vermehrt - in ursprünglicher Form bewahrt.
Bohnensamen2

Erntejahr:

2024

Keimfähigkeit:

3 Jahre (artspezifisch)
Ausführliche Hinweise zur Keimfähigkeit

Beschreibung

Anbau & Eigenschaften

Weinraute – uralte, aromatische und trockenheitsliebende Heil‑ und Duftpflanze mit intensiv würzig‑bitterem Aroma.

Mehrjährige, winterharte Staude mit blaugrünen, fein gefiederten Blättern und einem charakteristischen, stark aromatischen Duft. Sie wächst aufrecht, buschig und horstbildend, ist äußerst pflegeleicht und gedeiht zuverlässig im Freiland, in Töpfen und Kräutergärten. Die Art bildet zahlreiche gut ausreifende Samen und ist eine langlebige, ausdauernde Staude – ideal für Selbstversorgung, Naturgärten und ökologische Kräuteranbaukonzepte.

 

Herkunft & Geschichte

Weinraute ist ein traditionelles Heil‑ und Ritualkraut des Mittelmeerraums und wurde bereits in der Antike von Griechen und Römern kultiviert. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst Süd‑ und Südosteuropa, Nordafrika und Westasien, wo sie auf trockenen, steinigen und kalkreichen Standorten wächst. Seit Jahrhunderten ist sie ein fester Bestandteil von Kloster‑ und Bauerngärten und wurde als Heil‑, Schutz‑ und Räucherkraut geschätzt. Botanisch gehört sie zu den Rutaceae, Unterfamilie Rutoideae, Gattung Ruta.

Die früheste bekannte Erwähnung stammt aus dem 1. Jh. n. Chr. als Dioskurides in "De materia medica" ihre Wirkung bei Verdauungsbeschwerden, Krämpfen und zur allgemeinen Stärkung beschreibt. Plinius der Ältere bestätigt ihre Bedeutung in der "Naturalis historia" (77 n. Chr.) als Heil‑ und Schutzpflanze im römischen Alltag.

Der Name Weinraute verweist auf ihre historische Verwendung in Wein und Kräuteraufgüssen. In der Volksmedizin galt sie als starkes Bitterkraut zur Anregung von Verdauung, Kreislauf und Stoffwechsel und wurde traditionell bei Magenbeschwerden, Nervosität, Menstruationsproblemen und zur Unterstützung der Sehkraft eingesetzt. Als Räucherpflanze diente sie zur Reinigung von Räumen und zum Abwehren von Unglück. Ihr ätherisch‑zitrus ähnliches Aroma spiegelt die enge Verwandtschaft zu Zitruspflanzen wider.

Diese wildtypische, samenfeste Weinraute ist robust, trockenheitsverträglich und intensiv aromatisch – deutlich widerstandsfähiger als spätere Zierformen mit schwächerem Duft oder geringerer Winterhärte.

 

Aussehen & Merkmale

Weinraute ist eine mehrjährige, krautige bis halbstrauchige Pflanze mit aufrechten, verzweigten Stängeln und fein gefiederten, blaugrünen Blättern. Die gelben Sommerblüten werden von Wildbienen und Schwebfliegen besucht. Die Art ist winterhart bis –20 °C, trockenheitsresistent und treibt zuverlässig jedes Frühjahr neu aus.

Pflanzendetails:

  • Wuchshöhe: Mittel, 40–80 cm

  • Form: Aufrecht, buschig, krautig, horstbildend

  • Blätter: Blaugrün, fein gefiedert

  • Blüten: Gelb, klein, nektarreich

  • Geschmack: Bitter‑würzig, ätherisch, leicht zitrusartig, aromatisch


Verwendung & Anbau-Highlights

Weinraute eignet sich für Bitterkräutermischungen, Tees, Räucherungen, Tinkturen, Salben und traditionelle Kräuteranwendungen. Ihr intensives Aroma wird sparsam als Küchenkraut genutzt, etwa in mediterranen Kräuteraufgüssen oder Likören. Die getrockneten Blätter sind ein klassisches Räucherkraut für reinigenden Haus‑ und Schutzräucherungen. Darüber hinaus erscheint sie in Verdauungskräutermischungen, Bitterelixieren, Kräuterweinen, Ölmazeraten, Pflanzenbalsamen, Insekten‑ und Mottenabwehrmischungen und in medizinischen Kräuterbädern und stärkenden Kompressen. In der traditionellen Kräuterheilkunde wird sie zudem für kreislaufanregende Anwendungen, stoffwechselaktivierende Mischungen und kräftigende Tonika verwendet.

Im Garten ist Weinraute eine wertvolle Insekten‑ und Duftpflanze, ideal für Naturgärten, Kräuterspiralen und trockene Standorte. Sie bevorzugt sonnige Plätze und gut drainierte, magere Böden. Dank ihrer tiefen Pfahlwurzel ist sie äußerst trockenheitsverträglich und kommt selbst in heißen Sommern gut zurecht. Die Pflanze ist pflegeleicht, regeneriert gut nach dem Rückschnitt und kann über viele Jahre geerntet werden. Sie ist krankheitsresistent, hitzetolerant und hervorragend für ökologische Anbausysteme geeignet. Weinraute lässt sich durch Saatgut, Stecklinge oder Teilung vermehren und bleibt auch im Topf stabil und langlebig. Sie bietet zudem starke Windfestigkeit, zuverlässige Entwicklung in nährstoffarmen Böden, gute Erholung nach Trockenperioden, natürliche Unkrautunterdrückung durch ihren dichten Wuchs, lange Blütezeit als Insektenmagnet, Eignung für steinige, kalkreiche und mediterrane Gartenkonzepte sowie anhaltende Vitalität bei minimaler Pflege.

Im Vergleich zu vielen anderen mediterranen Kräutern ist Weinraute ein charaktervolles Bitterkraut mit langer Kulturgeschichte – ideal für alle, die robuste, aromatische und vielseitige Stauden für Garten, Hausapotheke und naturnahe Pflanzungen suchen.

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Ursprung & Anbau im Überblick

Erste Erwähnung:

1. Jahrhundert n. Chr.

Herkunft:

Mittelmeerraum

Züchter:

Wildform – unverändert in Kultur genommen

Vermehrungsort:

Niedersachsen - Deutschland

Geeignet für:

Freiland, Hochbeet, Balkon / Topf, Urban Gardening, Steingarten

Pflegeaufwand:

Gering - pflegeleicht, ideal für Einsteiger.

Überwinterung:

Winterhart - mehrjährig kultivierbar im Freiland.

Besondere Eigenschaften:

Mehrjährig, Pflegeleicht, Robust / widerstandsfähig, Lichtliebend / sonnig, Hitzeverträglich, Trockenheitsverträglich, Frosthart / winterhart
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Anbau-Anleitung für

Weinraute

Anbauschwierigkeit:

Leicht
• Im subtropischen Klima von März bis September in voller Sonne aussäen – Vorkultur ab Februar möglich.
• In gemäßigten Regionen Direktsaat von April bis Juni nach dem Frost in voller Sonne – Vorkultur ab März sinnvoll.
• Aussaat in durchlässigen, sandig‑steinigen und mäßig nährstoffreichen Lehmboden. Lichtkeimer – nicht mit Erde bedecken. Pflanzabstand: 50 × 60 cm.

Anbau Tipps:

• Gute Luftzirkulation schützt vor Blattläusen und Pilzkrankheiten.
• Wenig düngen - zu nährstoffreiche Böden mindern das Aroma.
• Ideal für Präriebeete und Trockengärten mit mediterranen Kräutern kombinierbar.

Lagerhinweise:

Saatgut kühl, trocken, dunkel und luftdicht lagern für maximale Haltbarkeit und Keimfähigkeit.
Ausführliche Hinweise zur Lagerung von Saatgut
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Pflanzen-Steckbrief

Pflanzendetails

Botanischer Name:

Ruta graveolens L.

Pflanzenfamilie:

Rutaceae

Pflanzentyp:

Heil‑ und Gewürzpflanze

Wuchsform:

Aufrecht wachsend, Buschig, Krautig, Horstbildend

Pflanzenbreite ca.:

100 cm

Pflanzenhöhe ca.:

100 cm

Wurzeltyp:

Tiefwurzler, Pfahlwurzler

Winterhart bis:

-20 °C

Kulturdauer:

3-6 Jahre

Lebenszyklus:

Mehrjährig, ausdauernd (5–10 Jahre)

Vermehrungsform:

Generative Vermehrung über Samen, Teilung möglich, Stecklingsvermehrung, Selbstaussaat

Vermehrung:

• Diese Pflanze ist überwiegend insektenbestäubend und gehört zur Art Ruta graveolens.
• Zur Saatgutgewinnung empfiehlt sich ein Mindestabstand von 50-100 m zu anderen Sorten derselben Art, um Fremdbefruchtung zu vermeiden.
• Die Pflanze ist mehrjährig – nach der Blüte bildet sie zahlreiche, kleine, gut ausreifende Samen in trockenen Kapselfrüchten.
• Die Samen sind erntereif, sobald die Fruchtstände vollständig eingetrocknet und leicht brüchig geworden sind.

Aussaat & Pflanzung

Keimtyp:

Lichtkeimer, Warmkeimer

Saattiefe:

0 cm

Keimtemperatur:

20-25 °C

Keimdauer:

14-28 Tage

Topfkultur:

Möglich ab 3 Liter Topfvolumen.

Reihenabstand Baby-Leaf:

Nicht für Baby-Leaf geeignet.

Pflanzenabstand:

50 cm

Reihenabstand:

60 cm

Pikieren / Vereinzeln:

3-4 Wochen, nach Bildung der ersten echten Blattpaare vereinzeln.

Pflanzzeitpunkt:

Vorgezogene Jungpflanzen können ca. 4 Wochen nach dem Pikieren ins Freiland gesetzt werden.

Boden

Bodenart:

Durchlässiger, sandig-steiniger Lehmboden

pH-Wert des Bodens:

6,5–8,0 - neutral bis alkalisch

Nährstoffbedarf:

Schwach- bis Mittelzehrer

Bodenfeuchte:

Mäßig feucht, Trockenheitsverträglich, Anpassungsfähig, Staunässeempfindlich

Boden Vorbereitung:

Vor Aussaat lockern, Unkrautfrei und krümelig vorbereiten, Nährstoffarme Erde empfohlen

Mischkultur, Fruchtfolge & Ernte

Mischkultur Partner:

Feige, Weinrebe, Salbei, Thymian‑Arten, Lavendel, Oregano, Ysop, Rosmarin, Winter-Bohnenkraut, Ringelblume

Schlechte Nachbarn:

Starkzehrer, Feuchtigkeitsliebende Pflanzen

Fruchtfolge-Hinweise:

• Mehrjährig – bleibt mehrere Jahre am Standort.
• Nachkultur sollte nährstoffarme Böden bevorzugen – ideal sind mediterrane Kräuter und andere Magerstandort-Arten.
• Staunässefördernde Vorfrüchte vermeiden – die Art reagiert empfindlich auf Bodenverdichtung.

Erntezeit:

Frühling, Sommer, Herbst

Aussaat bis zur Ernte:

6-12 Monate

Ernteteile:

Blätter, Junge Triebe , Blütenknospen

Verzehrgeeignet:

Ja - nur in kleinen Mengen und eher als Würzkraut.

Verwendungszweck:

Würzen / Aromageber, Trocknen / Dörren, Tee, Räucherpflanze, Bestäuberpflanze, Duftpflanze, Begleitstaude, Wildstaude, Naturgarten, Dekoration, Salben, Tinkturen, Ätherische Öle

Pflege & Kulturmaßnahmen

Wasserbedarf:

Gering

Pflegemaßnahmen:

Gelegentlich gießen, Lockern & hacken, Unkrautfrei halten, Auslichten

Pflanzenschutz:

Luftiger Standort und gute Drainage empfohlen

Kulturhinweise:

Bewährt und problemlos im Anbau. Empfindlich gegenüber Staunässe – gut drainierten Boden verwenden.

Weitere Namen

EN - Englische Namen:

• Rue • Common Rue • Herb of Grace

DE - Deutsche Namen:

• Weinraute • Gartenraute • Raute • Edelraute

PT - Portugiesische Namen:

• Arruda

ES - Spanische Namen:

• Ruda • Ruda común

FR - Französische Namen:

• Rue

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